
Es ist, wie es ist: Yoga, Fitness und Gesundheit zu vermitteln und Menschen damit für sich selbst zu motivieren, macht mir unglaublich viel Freude.
Und es gibt einen zweiten, deutlich spürbaren Grund, warum ich das seit 27 Jahren tue: Ich bin zutiefst überzeugt von den Wirkungen auf Lebensqualität, Lebenskompetenz und Resilienz. Was ich vermittle und selbst lebe, macht Sinn.
Was ich heute vermittle, hat mehr Gewicht als bloße Körperästhetik und Auswirkungen auf die körperliche Gesundheit und Fitness. Natürlich gehört der Körper ins Zentrum; damit verbunden sind
klare Ziele, messbare oder sichtbare Erfolge, erhöhte Energie.
Aber was mindestens genauso wichtige Bestandteile sind:
innerliche Stärke, Empowerment und eine Haltung, die man mit in den Alltag nimmt.
Wenn ich heute eine Poweryoga-Klasse unterrichte, geht es um körperliche Power. Und es geht darüber hinaus um gelebte Resilienz, Mut, Gelassenheit und eine positive Ausstrahlung, die von innen kommt.
Der schöne Körper kommt durchs Training, aber die schöne Ausstrahlung kommt durch innere Stärke. Und darauf lege ich viel Wert.
Denn dies ist der wichtigste Schlüssel, um mutig, gelassen und mit Lebensfreude dem Leben gegenüber zu treten. Diese Attribute brauchen wir nun mal. Denn es gibt immer wieder Situationen, in denen es eben „nicht läuft“. Diese kennen wir alle.
Auch ich kenne das Gefühl, dass Situationen, Momente, Konstellationen, Zu-und Umstände oder Bedingungen schwierig oder nicht harmonisch sind. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn Ängste und Unsicherheiten entstehen, ich kenne Verzweiflung und Ent-Täuschung. Ich kenne das ebenso wie du, denn: So ist das Leben. Es läuft eben nicht immer nach Plan.
Dann ist Resilienz – psychische Widerstandsfähigkeit – gefordert.
Folgende Gedanken dazu sind mir die Tage gekommen, weshalb ich diesen Blog mit dir teilen wollte…
Gerade dann, wenn „Dinge nicht so laufen“ sind wir häufig bestrebt, uns anzupassen und es besonders richtig machen zu wollen. Wir wollen die „Angelegenheiten“ wieder in den Griff bekommen und kämpfen sogar hart dafür, was durchaus auch manchmal nötig sein kann. Unser inneres Bestreben dabei ist es, die KONTROLLE wieder herzustellen, dies ist ein urmenschliches Bestreben. Dieser Anteil in uns, der Kontrollverlust mit aller Macht und Kraft vermeiden und Kontrolle wieder herstellen will, kann ziemlich laut sein. Nur passiert es leider dann schnell, dass wir zu weit gehen. Soll heißen, wir fallen aus uns selbst heraus und tun Dinge, z.B. um Erwartungen zu erfüllen oder wieder konform (mit was auch immer) zu sein.
Kurzfristig kann das effektiv sein, langfristig nimmt es uns mehr, als es uns gibt.
Wir können noch so intensiv versuchen, Dinge „richtig“ oder „gut“ oder „perfekt“ zu machen und uns hierfür aufopfern.
Fakt ist jedoch:
Wenn es nicht mit unserer inneren Wahrheit übereinstimmt, werden wir langfristig innerlich „untergehen“.
Sinnvoll ist also – bevor man wild los paddelt – erst mal in sich selbst „einzutauchen“ (wie ein Perlentaucher) und nachzusehen, was da als Wahrheit verborgen ist.
Denn zwischen dem Reiz – etwa einer großen Herausforderung – und der Reaktion gibt es nämlich in Wahrheit „Spiel“-Raum.
Raum, um sich Fragen stellen à la: „Was ist da los, was entspricht mir wirklich, was passt nicht zu mir, was ist meine Verantwortung?“
Manchmal ist diese Wahrheit schmerzhaft. Sie anzusehen ist noch viel unangenehmer, als reaktiv erst mal einfach los zu paddeln.
Ich habe eins verstanden:
Lospaddeln, selbst bei viel Gegenwind, ist in Relation leicht.
Manchmal geht’s aber nicht darum, Umstände durch starke Paddelei zu beeinflussen, alles „in den Griff“ zu bekommen, Dinge akribisch zu planen, Worst-Case-Szenarien vorzubeugen und damit kontrollieren zu wollen.
Ich weiß mittlerweile:
Es ist verhältnismäßig einfach vom Schlimmsten auszugehen. Wir sind damit vertraut und in unserer Evolution sogar darauf angelegt. Der Steinzeitmensch sicherte sein Überleben damit, vom Schlimmsten auszugehen.
Es ist so einfach, sich in Sorgen zu verlieren. Bei vielen Menschen ist es eine altvertraute Gewohnheit, sich in den immerwährenden Gedankenspiralen zu verlieren.
Und es ist noch einfacher, Vorsichtsmaßnahmen zu rechtfertigen.
Es ist einfach, Gründe dafür zu finden, warum es absolut notwendig ist, auf Nummer sicher zu gehen, los zu paddeln und Listen abzuarbeiten. Häufig sind dies jedoch Listen, die in Wahrheit limitierend sind und nicht der eigenen tieferen Wahrheit entsprechen.
Es ist in Relation einfach, weiter in dem Hamsterrad zu rennen, dass man kennt, auch, wenn man dabei 1500kcal extra verbrennt.
Es ist in Summe und Relation tatsächlich ziemlich einfach.
Aber:
es ist SO F***ing MUTIG UND ANSPRUCHSVOLL, INS LEBEN ZU VERTRAUEN.
Es ist so mutig und anspruchsvoll, in sich selbst abzutauchen. Es ist mutig, sich hinzugeben und darauf zu vertrauen, dass Dinge manchmal nicht funktionieren, weil es nicht unserer Wahrheit entspricht, das Timing nicht passt oder ein anderer tieferer Sinn dahinter steckt.
Es ist so anspruchsvoll, nicht innerlich kirre zu werden und sich von Sorgen anstecken zu lassen, sondern ruhig zu bleiben.
Gelassenheit ist daher nach meiner Auffassung der echte Reichtum des modernen Menschen.
Gelassenheit ist die revolutionärste Form der Selbstführung, die wir erreichen können.
Und: Selbstführung bedeutet, in der eigenen Klarheit zu bleiben, in sich selbst und in das Leben zu vertrauen. Das ist durchaus anspruchsvoll.
Ich sage das aus eigener Erfahrung heraus, weil auch ich es mir manchmal ehrlicher Weise „einfach“ mache. Und weil es auch für mich immer wieder ein delikater Tanz ist, mit Lebensherausforderungen zu dealen, die gerade unangenehm sind. Wie gesagt: So ist das Leben nun mal.
Es ist ein Teil unserer Lebendigkeit.
Denn diese Momente haben viel damit zu tun, wie wir durchs Leben pulsieren.
Diese herausfordernden Momente sind es, die uns intensiv unsere Lebendigkeit spüren lassen und in denen unser höchstes Potential erwächst. Hierfür müssen wir aber erkennen, was „in uns steckt“. Und na klar, wir können und müssen manchmal wie oben beschrieben los paddeln, Dinge managen, uns selbst optimieren und in´s Tun kommen.
Extrem wichtig ist jedoch, zwischendurch abzutauchen, um zu sehen, ob der See, in dem wir wie verrückt paddeln, überhaupt der Richtige ist.
Ich weiß mittlerweile: Abtauchen und nachsehen, was der „richtige See“ ist, hilft, richtige Deals mit dem Leben einzufädeln. Nicht Einfache. Aber Richtige.
Keine leichte Aufgabe…
Was kann also helfen?
Hierbei hilft alles, was uns darin unterstützt, uns mit uns selbst zu verbinden. Ganz oben auf der Liste steht hierbei Körperarbeit. Es ist ein sehr effizienter Weg, denn:
Der Körper ist nun mal der Wohnort und das Tor unserer Seele. Und wenn die sich unwohl oder unklar fühlt, dann hilft es, den Körper als Zugang zu nutzen.
Und hier schließt sich der Kreis.
Meine ultimativen Tipps, um mutig in dir selbst abzutauchen und Gelassenheit zu finden:
- Training, bei dem man schwitzt, Yoga.
- „Atempausen“ mit und für sich selbst
- Bewegungsexperimente (Neue Bewegungsformen) ausprobieren, denn sie das stärken das Selbstbild, Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeit.
Aber auch verwandte Techniken, wie etwa
- Meditation, Reflektion
- Aktive Regeneration (Waldspaziergänge, Achtsamkeit üben)
Ein sehr schönes Beispiel, das im weotesten Sinne hierzu passt, ist auch die Meerschildkröte, die auch schon mehrfach als Geschichte und Inspiration bei mir im Kurs war.
Sie lehrt uns Folgendes:
Die Meeresschildkröte paddelt nicht sofort los, wenn ihr eine Welle entgegen schwappt. Sie bleibt ruhig und wartet gelassen ab, bis der Gegenstrom vorbei ist, um dann die Strömung nach vorne besser spüren zu können. Sie taucht ab, bleibt gelassen und öffnet sich geduldig dem richtigen Moment, bis er da ist. Sie vertraut und nutzt die Technik des Timings: Wenn der Moment da ist, paddelt sie und nimmt den Schwung mit. Damit bewahrt sie ihre Kräfte. So kommt sie verdammt gut voran. Eine sehr gute und sehr effiziente Technik, finde ich. Und ein schönes Vorbild.
Dieses Abwarten, gelassen bleiben und auch „abtauchen“ kann man üben. Zugegeben: Für jemanden, der gewohnt ist, schnell los zu paddeln, ist es durchaus anspruchsvoll und sehr mutig. Ich weiß das. Aber ich weiß auch, dass es sich doppelt lohnt. Deshalb üben wir das niedrigschwellig, mit Motivation, Leichtigkeit und vielfältiger Körperarbeit im Kurs:
Mal mit viel Schwitzen, mal mit sanften Bewegungen, mal mit Flow-Elementen, mal mit Yin-Elementen, mal mit Impulsen für Atmung, Reflektion und innerer Einkehr, mal mit Inspirationen, die man mitnehmen kann. Immer mit Motivation und einem offenherzigen „come, as you are“.
Das Entscheidende: es ist ganzheitlich angelegt, denn das muss so sein, finde ich. Na klar stärken wir unsere körperliche Fitness, Power und Körperästhetik. Weill das wichtig ist. Aber: wir (er)leben darüber hinaus wertvolles Empowerment für mehr innere Stärke, Resilienz, Mut und vor allen Dingen Gelassenheit.
Welch Revolution. Yes Yes!!
Deine Katharina
PS: Melde dich gern, wenn du mehr darüber wissen willst 🙂
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