Bestimmt kennst du das: es gibt Phasen und Lebensmomente, in denen viel Trubel ist. Dieser Trubel kann gewollt oder ungewollt sein und sich wild, chaotisch und einfach „unruhig“ anfühlen. Da sind vielleicht viele To Do´s, da ist viel los, vielleicht ist da sogar ein Wirbelsturm um uns herum.
Wir erleben im Trubel häufig zu viele Eindrücke, vielleicht sogar eine Reizüberflutung, die unser Nervensystem erst einmal verarbeiten muss.
Vielleicht ist es bei dir auch so, denn für viele Menschen ist es oft verbunden mit Anlässen: z.B. vor wichtigen Entscheidungen, bei Projekten mit einer Deadline, bei einem hohen Arbeitspensum. Nicht zuletzt entsteht so ein Trubel oft auch vor Feiern wie z.B. Weihnachten, die häufig mit einem hohen Erwartungsdruck und Verpflichtungen einhergehen.
Das Resultat ist (insbesondere für viele zu Weihnachten) dann eben nicht „JUBEL, TRUBEL, HEITERKEIT“, sondern eher ein zunehmendes Stressempfinden.
Im Stress fühlen wir uns unwohl, wir sind nicht angebunden an unsere Kräfte und Möglichkeiten. Und:
Wir sind dann nicht nur unentspannt, sondern darüber hinaus ineffektiv.
Beides wirkt sich wie ein Boomerang auf unsere eigene Realität aus. Und leider auch auf die Realität unserer Mitmenschen. Gestresste Menschen sind eben weniger angenehm als Entspannte. Das Problem ist, dass man dann eher dazu neigt, noch mehr zu tun, noch schneller zu sein und sich noch mehr anzustrengen. Die Wahrheit ist jedoch:
Wer langsam wird, kommt schneller an.
(okay okay… wenn dir das widerstrebt, lies es noch mal und lass es dir auf der Zunge zergehen ;-))
Was heißt das aber nun konkret: Was kann man also tun in so einer Situation? Wie kommt man da raus?
Eine schnelle und sichere Methode, um im Trubel runter zufahren und ist, sich auf EINES zu konzentrieren.
Und ja, es ist wahrscheinlich, das dies schwer fällt. Denn unser Umfeld und unser Nervensystem suggerieren uns, dass wir gefälligst alles tun sollten, um den Sturm zu bezwingen. Die Wahrheit ist aber, dass es viel besser hilft, sich auf Eines zu fokussieren. Inne zu halten, Mikroziele zu stecken à la: „Ich mache jetzt nur das Eine. Und danach kommt das Andere.“
Besser kleinschrittig mit hohem Fokus zum Ziel kommen, anstatt bei schnellen, großen Sprüngen die Kontrolle zu verlieren.
James Clear beschreibt dies sehr gut in seinem Buch „Die 1% Methode“. Die 1% Methode hilft, den Fokus zu schärfen auf das, was als Nächstes wirklich wichtig ist. So kommt man sicher ans Ziel, ohne sich zu überfordern.
Eine andere Form der Fokussierung, bei der der Vagusnerv aktiviert wird und das Nervensystem in die Ruhe „zurückschwingt“, ist zu atmen.
Atmen hilft, im Chaos die Energie aufzuladen.
Gerade dann, wenn man bei vielen To Do´s und dem Gefühl der Überforderung gar nicht weiß, wo man anfangen soll, hilft atmen. Sich nur auf das Einatmen, Atemhalten und Ausatmen zu konzentrieren, klingt banal, ist aber sehr effektiv. Besonders gut erprobt ist die 4-7-8 Methode. Sie geht so, wie der Name es schon andeutet:
Bis 4 zählen und einatmen, den Atem bis 7 anhalten, auf 8 ausatmen.
Auch Tätigkeiten, die anspruchsvoll sind und die volle Konzentration erfordern, sind besonders gut geeignet. Bei mir sind das Armbalancen, aber auch z.B. das Schreiben (wie z.B. diesen Blog). Bei Jeder und Jedem ist es etwas Anderes. Und zugegeben: Manchmal, gerade im Stress, ist es nicht möglich, sich viel Zeit hierfür einzuräumen.

Ich liebe wie gesagt die Herausforderung mit den Armbalancen, und ich übe dann bewusst nur ganz wenige Minuten. Den zeitlichen Rahmen stecke ich mir, indem ich den z.B. ein Lieblingslied höre. Das erhöht zusätzlich meine Motivation und Energie und bringt mich leichter in die Fokussierung. Auch kann eine Mini-Sporteinheit wie z.B. 2 Minuten Seilspringen oder auf der Stelle laufen kann eine gute Alternative sein, wenn man in Hinsicht körperlicher Aktivität denkt. Aber wie gesagt, es kann auch etwas völlig anderes sein, was dich ein bisschen herausfordert. Ob mit oder ohne körperlicher Aktivierung, entscheidend ist, dass es im Bereich des zu Schaffenden ist. Es soll nicht überfordern, es soll deine Konzentration bündeln. Ein wunderschöner „Nebeneffekt“ der tiefen Konzentration ist ein Versunkensein im Moment, was schließlich in ein Flowgefühl münden kann. Und das entspannt das Nervensystem ungemein. Egal was im Außen ist, im Inneren wirst du ruhiger und hast dadurch die Chance, im Außen wieder besser und entspannter agieren zu können.
Du nimmst dich für einen Moment raus aus dem Chaos, Trubel, oder wie immer du es nennst. Wenn du beim Bild des Wirbelsturms bleibst, dann ist es so:
Du stellst dich für einen Moment inmitten des Auges deines Wirbelsturms. Denn dort im Zentrum ist es ganz still und leise. Du bist zurückgekehrt zur Quelle. Und dort entspringt „Heiterkeit“.
Ich wünsche dir eine wunderschöne Weihnachtszeit!
Herzlichst,
Deine Katharina
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